Wo das Glück zu finden ist

 

Sommerzeit ist Reisezeit. Viele machen sich in diesen Tagen auf den Weg, um im Urlaub Erholung zu suchen. Es soll eine schöne und glückliche Zeit sein, von der man wieder im Alltag zehren kann. Vielleicht besuchen Sie auch da und dort eine Kirche, um sie zu besichtigen. Aber ist es mit dem Besichtigen allein getan?

Ich möchte Ihnen von einem jungen Mann berichten, der das Herumsitzen satt hatte und sich auf den Weg machte. Er hatte davon gehört, dass in einem fernen Land das Glück höchstpersönlich zu finden sei. Ein alter Mann hatte ihm davon erzählt. "Es ist ganz leicht, dieses Land zu finden", hatte er gesagt, "benutze einfach die Kirchtürme als Wegweiser. Sie zeigen dir, wo es lang geht."

„Nun, wenn dies so einfach ist», sagte  der junge Mann, «dann will ich mich auf die Suche machen.“ Er begab sich auf den Weg und hielt dabei nach dem erstem Kirchturm Ausschau. Und tatsächlich, nach einer kurzen Strecke, sah er weit entfernt vor sich einen Kirchturm hoch in der Landschaft aufragen. Ohne zu Zögern ging er diesem Kirchturm entgegen. Nach einigen Stunden hatte er das Dorf, in dem der Kirchturm stand, erreicht. Als er diesen Kirchturm nur ein wenig bestieg, sah er bereits den Turm der Kirche aus dem Nachbarort. Von diesem aus zeigte sich wiederum der nächste Turm, und so ging seine Reise sehr zügig von Ort zu Ort, immer den Kirchtürmen folgend, die wie riesige Wegweiser weithin sichtbar in der Landschaft standen.

Der junge Mann kam auf diese Weise in Länder, die er zuvor noch nie gesehen hatte,. Die Kirchtürme hatten dort andere Formen und Gestalten, aber immer waren sie hoch aufgerichtet und von weitem zu sehen. Doch in das Land, in dem das Glück höchstpersönlich wohnen sollte, kam er nicht. Nach und nach bekam der junge Mann Zweifel, ob das wirklich der richtige Weg war, um das Glück zu finden.

Und wie der Zufall es wollte, gerade, als er die Reise aufgeben wollte, begegnete ihm wieder der alte Mann, der ihm zu dieser Suche Mut gemacht hatte. Der junge Mann klagte ihm sein Leid und die Vergeblichkeit seiner Reise, bei der ihm die Kirchtürme als Wegweiser dienten. Doch der alte Mann lächelte und sagte: “Du willst eine Reise unternehmen und weißt nicht einmal, wie man Wegweiser benutzt? Nun, du bist zwar von Kirchturm zu Kirchturm gegangen, aber du hast nicht den Weg benutzt, den dir die Türme gewiesen haben: Schau hin! Alle Wegweiser-Kirchtürme zeigen - nach oben!“

Die Kirchtürme weisen nach oben: Also, sie weisen auf  Gott hin. Nur in der Beziehung mit IHM lässt sich das wirkliche Glück finden:

 

  • Unser Weg zu Gott muss Weite bekommen,um offen für alle zu sein.
     
  • Unser Glaube an Gott muss ein Gesicht bekommen, um konkret vertrauen zu  können.

    Unsere Liebe zu Gott muss Leiblichkeit bekommen, um sich in menschlicher Beziehung auszudrücken

 

  • Unser Gebet zu Gott muss Füße bekommen, um den Weg zu den

          Mitmenschen zu finden.

 

Ich wünsche Ihnen eine erholsame Sommerzeit.

Ihr Pfarrer

Aleksander Gajewski

 
 
Glocke